Das Sonntagsrennen
Produktions-Info
Produktionsjahr: 2004
Laufzeit: 12 Min.
Format: 16mm Schwarzweiß, Stummfilm
Regie: Matthias Keuck
Kamera: Felix Keuck
Schnitt: Matthias Keuck
Musik: Lars Duppler
Vorführung mit Livemusik.
Aufzeichnung aus dem Stadtgarten Köln von 2004.
Hintergrund zur Entstehung
Im Jahr 2000 händigte die Kunsthochschule für Medien Köln jedem Studenten (und damit auch mir) im 2. Semester im Rahmen eines 16mm-Seminars drei Rollen Schwarzweiß-Film aus.
Das Material wurde den Studenten ohne inhaltliche Vorgabe zur Verfügung gestellt; einzige Voraussetzung war: das Material musste anschließend auf einem 16mm-Schneidetisch geschnitten werden. Abtasten war nicht erlaubt.
Ich beschloss diese Semester-Übung an klassische Stummfilme anzulehnen:
„Das Sonntagsrennen“ handelt von zwei alten Herren mit Gehbehinderung, die sich ein Rennen zur Sonntagspredigt in die nahe gelegene Kirche liefern.
Aber was macht man anschließend im aufkommenden digitalen Zeitalter mit einem Film, der nur in einer ziemlich mitgenommenen und zerschnibbelten Filmpositivkopie vorliegt?
Ich hatte keine Ahnung. Deshalb landete er nach Abschluss des Seminars zunächst einmal unbeachtet im Schrank.
2004 sollte sich das jedoch ändern, denn in diesem Jahr stellte Sven Hahne, einer meiner Kommilitonen, und Matthias Muche, der parallel an der Musikhochschule in Köln studierte, gemeinsam die Veranstaltung Frischzelle im Rahmen des Festivals c/o-Pop auf die Beine. Dafür suchten die beiden Performance-Künstler.
Vorgabe war, dass jeder Beitrag eine Kooperation zwischen Studierenden der Kunsthochschule für Medien und der Musikhochschule werden sollte.
Der Zufall wollte es, dass ich auf der Suche nach einem Musiker für meinen Diplomfilm gerade in diesem Sommer Lars Duppler (damals noch Student an der Musikhochschule Köln) kennen gelernt hatte.
Da wir Lust verspürten, über meinen Diplomfilm hinaus weiter miteinander zu arbeiten, beschlossen wir gemeinsam, das Sonntagsrennen aus seinem analogen Gefängnis zu befreien und einem größeren Publikum zugänglich zu machen.